Leben als Restrisiko

Eine unangenehme Wahrheit vorneweg: Leben ist gefährlich. In irgendeiner Form auf diesem Planeten zu existieren, ist auch immer mit irgendeiner Form von Risiko behaftet. Dieser Tatsache müssen wir uns stellen.

Auch wenn wir gerne das Gegenteil behaupten, auf die wenigsten Dinge im Leben haben wir einen direkten Einfluss. Ich möchte sogar behaupten, das kaum jemand die ihn umgebende Welt versteht. Die einfachsten Zusammenhänge bleiben im Dunkeln verborgen. Selbst die Organisation des Alltags stellt uns vor so manches Problem. Wie sollen wir da in der Lage sein, das Informationsgeflecht das uns umgibt zu entschlüsseln. Der Ausbruch des EHEC-Erregers soll hier nur als Beispiel dienen. Viele können die Frage woher ihre Salatgurken kommen noch beantworten. Spanien. Doch was sollen wir mit dieser Information anfangen? Für die meisten ist Spanien nur ein Wort, vielleicht noch ein Ort in dem man in den Urlaub fährt. Doch unter welchen Bedingungen werden in Spanien landwirtschaftliche Produkte produziert? Wie arbeiten die Bauern? Wie die Tagelöhner? Unter welchen Bedingungen werden sie gehalten? Welchen Umwelt- bzw. Menschenschädigenden Einfluss hat die Agrarindustrie? Alles Fragen die in den meisten Fällen nicht beantwortet werden können. In diesem Falle wird Spanien zu einer Worthülse oder besser einem Einkaufswagen-Wort, wir schmeißen rein was gerade reinpasst. Zur Zeit wird das Label der-Verzehr-könnte-tödlich-enden draufgeklebt. Das gleiche geschieht übrigens mit so manchen Gemüsesorten. Dabei wird immer nach den belasteten Lebensmitteln gesucht, aber keiner stellt die Frage, wie die Kontaminationen überhaupt zustande gekommen ist. Die Antworten könnten durchaus interessant sein und würden wahrscheinlich die Praktiken der Agrarindustrie generell in Frage stellen. Vielleicht wird auch schon an EHEC resistentem Saatgut gearbeitet. Monsanto dürfte sich schon freuen. Anyway… Die Informationen und Warnhinweise, die von den unterschiedlichen Institutionen gegeben werden sind vom Verbraucher nicht richtig einzzuordnen. Außer dem Verbot bestimmter Lebensmittelgruppen kommt beim Konsumenten nicht viel an. Weder Verbreitungswege noch Krankheitsursprung sind bekannt. Das fatale an der Informationspolitik der Behörden ist, das sie sich darauf reduzieren Hiobsbotschaften gepaart mit dem Ausschluss jedweden Restrisikos (Verzehrverbot) zu verbreiten. Dies schürt selbstverständlich Ängste. Doch der Weg des Lebens ist gepflastert mit vielen Gefahren und nicht allen Risiken können wir aus dem Weg gehen. Wir sind abhängig von Lebensmitteln. Wir können nicht auf sie verzichten. Essen muss nun einmal jeder. Und solange noch kein Soylent Green auf dem Speiseplan steht, wird das auch so bleiben. Wie gesagt, Leben heißt Unwägbarkeiten in Kauf nehmen. Das ist aber auch das faszinierende am Leben. Wir mögen nicht viel wissen, doch wir besitzen immer die Möglichkeit uns über Dinge zu informieren, zu lernen, um daraus dann die für uns richtigen/wichtigen Entscheidungen zu treffen. Doch auch hier gilt, das Ende ist nicht vorhersagbar.

But the Road I must travel
It’s End I cannot see.
-The Nightwatchman-

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